| Expat - News Kostspielige Deutsche? |
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| (08.10.02) "Die meisten Deutschen sind erstens schwierig ins Ausland zu bewegen, verlangen zweitens zu viel und wollen drittens nie mehr weg," resümierte ein deutscher Banker in Singapur mit bissigem Unterton kürzlich in der Wirtschaftswoche (39/2002, S.13). In dem Artikel werden die Schwierigkeiten international operierender Konzerne beschrieben, deutsche Mitarbeiter für Auslandseinsätze zu gewinnen. So gebe es mittlerweile einen Trend bei einigen deutschen Unternehmen, bevorzugt Mitarbeiter aus englischsprachigen Ländern wie Großbritannien, Neuseeland oder Australien einzustellen. Neben den offensichtlich besseren sprachlichen Fähigkeiten seien diese auch grundsätzlich flexibler wenn es um Versetzungen gehe, weniger anspruchsvoll in Bezug auf Zusatzleistungen wie Schulen, Wohnung und Fahrzeuge und vor allem bezüglich der Gehaltsvorstellungen maßvoller. Der Druck auf deutsche Mitarbeiter, bei denen eine Auslandsentsendung ansteht, dürfte also in der nächsten Zeit deutlich zunehmen. Gefragt sind mehr Mobilität und Flexibilität bei stagnierenden oder gar sinkenden finanziellen Leistungen – Aussichten die auch die mitausreisenden Familienangehörigen nicht gerade begeistern dürften. Tatsächlich stammt ein Grossteil heutiger Expatriates – Regelungen deutscher Unternehmen aus einer Zeit, in welcher Auslandseinsätze sehr viel weniger als Personalentwicklung und damit wechselseitige Investition verstanden wurden, als vielmehr als Zumutung, die durch entsprechende „Schmerzensgeld-Regelungen“ kompensiert wurde. Einmal ausgehandelte „Besitzstände“ wieder zurückzufahren ist in Deutschland bekanntermaßen extrem schwer, sie zum umgehen ist schon sehr viel einfacher. Dass auf diese Weise deutsche Manager im internationalen Vergleich immer mehr in Rückstand geraten, wird dabei allzu leicht übersehen. Für eine Wirtschaft, die wie kaum eine andere auf den Erfolg auf internationalen Märkten angewiesen ist, sind internationales Knowhow und interkulturelle Kompetenz des Managements jedoch unverzichtbar – und der Auslandseinsatz ist und bleibt der wichtigste Weg, diese Kompetenz zu erwerben. Höchste Zeit also, dass sich Manager nicht nur um die internationale Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen sorgen, sondern auch über ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit Gedanken machen.
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Stand: 28. Juni 2010