| Expat - News Deutsche Auslandsmitarbeiter klagen über fehlende Vorbereitung |
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(Rheinbreitbach 23.Febr.2001) Ein Team um den Bayreuther Personalforscher Günter K. Stahl hat in der Zeitschrift für Personalforschung Nr. 14, 2000 unter dem Titel 'Auslandseinsatz als Element der internationalen Laufbahngestaltung' die Ergebnisse einer Befragung von knapp 500 deutschen Auslandsmitarbeitern in 59 Ländern veröffentlicht. Zentrales Ergebnis: Die Befragten sind mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen in ihren Einsatzländern deutlich zufriedener als mit der Entsendungsgestaltung durch ihre Unternehmen. Bei letzterer wird vor allem die Rückkehrplanung kritisiert, aber auch Betreuung im Einsatzland und fachliche wie kulturelle Vorbereitung werden kritisch gesehen. Dagegen schneidet die Vertragsgestaltung noch vergleichsweise gut ab. Genauere Analysen der Meinung der Unzufriedenen zeigen, daß schlechte Vertragskonditionen nur selten bemängelt werden, während die Vertragsverhandlungen häufig als unfair oder inkompetent geführt erlebt wurden. Hier die wichtigsten Ergebnisse: Inhaltsanalytisch ermittelte Ursachen für die Unzufriedenheit der Entsandten mit Aspekten der Entsendungsgestaltung
a Antworten auf eine offene Frage wurden inhaltsanalytisch kategorisiert und ausgezähltb Prozentangaben beziehen sich jeweils auf die Teilstichprobe von Entsandten, die unzufrieden waren und Gründe für ihre Unzufriedenheit angaben; Mehrfachnennungen waren möglich; zwischen n = 175 und n = 195 für verschiedene Aspekte der Entsendungsgestaltung ______________________________ Als zentrales Defizit der kulturellen Vorbereitung wird – nicht überraschend – beklagt, daß sie fehlte, vor allem, weil sie von den Unternehmen nicht für nötig gehalten wurde. Viele Auslandsmitarbeiter erleben jedoch vor Ort, daß sie wohl doch hilfreich gewesen wäre, allerdings nur, wenn sie nicht zu kurz, nur auf Faktenwissen konzentriert oder realitätsfern ist. Letzteres waren die zentralen Kritikpunkte derer, die zwar interkulturell vorbereitet wurden, damit aber nicht zufrieden waren. Aus diesen und anderen Gründen kommt Stahl zu dem Ergebnis, daß die "Ziele, die längerfristig dem Aufbau von internationaler Kompetenz und Erfahrung im Unternehmen dienen, ... durch die aufgezeigten Defizite ... geradezu konterkariert" werden. Stahl weist darauf hin, "daß in den letzten Jahren vielfältige Ansätze entwickelt wurden, um Mitarbeiter ... auf das Leben und Arbeiten in einer fremden Kultur vorzubereiten" und schlußfolgert: "Dieses Methoden-Know-how nützt allerdings wenig, solange ... die Verfahren in der Praxis nicht stärker genutzt werden als dies bislang geschieht." Desweiteren untersuchte das Forscherteam die "wahrgenommenen Karrierefolgen eines Auslandseinsatzes":
a Antworten auf eine offene Frage wurden inhaltsanalytisch ausgewertet und kategorisiertb Prozentangaben beziehen sich auf die Teilstichprobe von Entsandten, die die Frage nach der Karriereförderlichkeit bejahten und Gründe angaben; Mehrfachnennungen waren möglich; n = 292 "Betrachtet man sich anstelle der Mittelwerte die prozentuale Verteilung auf den Antwortskalen, so zeigt sich, dass 90 Prozent der Entsandten davon ausgehen, dass der Auslandseinsatz ihre Karrierechancen auf dem Arbeitsmarkt steigern wird, aber nur 59 Prozent davon überzeugt sind, dass sich dadurch ihre Aufstiegsmöglichkeiten im eigenen Unternehmen verbessern..." ------------------ Den gesamten Artikel finden Sie in der Zeitschrift für Personalforschung (Hampp-Verlag) Nr. 14 / 2000; hieraus sind auch die Tabellen entnommen. Die Studie ist erhältlich bei Dr. Günter K. Stahl: guenter.stahl@uni-bayreuth.deWeitere News vom IFIM finden Sie unter www.ifim.de/aktuell Wenn Sie selbst "News-Meldungen" beisteuern möchten: wir würden uns freuen. Senden Sie uns Ihre Mitteilung einfach per E-Mail; Stichwort: "Expat-News" Ihr IFIM - Team
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Stand: 12. September 2008