Das Expat - Storyboard:

Heike:

Einleben mit Erdbeben -
Bericht von einem Umzug nach Japan

(2) Toyo - Aufbruch und Ankunft, Januar 2011

 

Hallo zusammen!
Aus Japan wünschen wir euch allen ein glückliches neues Jahr 2011!

Nach anstrengenden Wochen haben wir es endlich geschafft, zumindest erst einmal. Wir haben es geschafft, uns recht ruhige Weihnachtstage zu gönnen, nachdem wir schon seit Wochen mit Umzugsvorbereitungen beschäftigt waren. Wir hatten sogar ein kleines Bäumchen und es tat richtig gut, in der Weihnachtsmesse zu sitzen und einfach mal Ruhe zu haben....
Am 27. Dezember kam dann die Spedition und fing an zu packen bis zum 30. Da gibt es für einen selber ja nicht mehr so viel zu tun, außer aufzupassen, dass auch die richtigen Dinge ins richtige Land verschickt werden. Ich hoffe, das hat geklappt, wissen werden wir es aber erst, wenn der Container nach Japan kommt. Laut Spedition soll er am 11. Februar in Tokyo einlaufen. Der Zoll soll hier schnell arbeiten, also irgendwann Mitte bis Ende Februar geht es dann hier wieder richtig zur Sache - darf gar nicht dran denken ...

Am 30. war die Spedition gegen 17 Uhr fertig. Dann hieß es für uns, noch schnell sauber machen, zu 'renovieren': Die Wände haben wir mit ungezählten Magic Erasern sauber gemacht und die Dübellöcher hatte Markus schon an den vorangegangenen Tagen nach und nach gefüllt. So waren wir pünktlich fertig, als unser Vermieter um 19 Uhr zur Abnahme kam. Wir sind ja immer super mit ihm ausgekommen und so hat es auch dieses Mal überhaupt keine Schwierigkeiten gegeben. Wir haben sogar direkt unsere Kaution komplett zurückbekommen, obwohl er ein Recht darauf hat, sie für 30 Tage zurückzuhalten.
Für uns ging es dann noch ein letztes Mal zum Essen zu Ruby Tuesday und dann ins Hotel, wo wir alles ziemlich KO ins Bett gefallen sind, nicht nur wegen des Ruby Relaxers. Am 31. sind wir dann früh raus und haben nach einem schnellen Frühstück Markus Sachen und das Auto in der Firma abgegeben und sind zum Flughafen gefahren worden.

Schöne Überraschung - wir durften Business fliegen! Auch da ist der Service bei Delta nicht mit Lufthansa zu vergleichen, aber wir hatten wenigstens mehr Platz, die Jungs einen Fernseher und außerdem gab es keine Probleme mit dem Gepäckgewicht!
Kaum waren wir gelandet und aus dem Flugzeug, aber noch vor der Immigration hat Max sich dann erst mal übergeben müssen - zu wenig Schlaf, zu viel Cola, Gott sei Dank kein Frühstück oder einfach nur die Aufregung. Na ja, das war dann eine schöne Begrüßung, aber danach ging es ihm besser!
Bei der Einwanderung und beim Zoll hatten wir überhaupt keine Probleme. Gepäck war schnell und vollzählig da, auch die zwei Taxis, die wir bestellt hatten. Sie waren auch groß genug, um uns und unser Gepäck zu transportieren!

Dann hat es fast zwei Stunden gedauert, bis wir endlich 'zuhause' waren. Es war schon dunkel. Wir haben schnell das Gepäck ins kalte Haus getragen und als erstes versucht, die Heizung ans Laufen zu bringen, was uns auch gelungen ist. Dann sind wir noch los, um etwas zu essen. Die ersten Januartage sind hier Feiertage und so sind viele Geschäfte und Restaurants geschlossen. Immerhin haben wir aber Klopapier erstehen können und haben auch bei McD noch was zu essen bekommen. Die Portionen sind hier aber kleiner als in Michigan und dafür doppelt so teuer, so scheint es mir jedenfalls! Dann sind wir nur noch stracks nach Hause und ins Bett gefallen. Der Zeitunterschied von vierzehn Stunden ist wirklich grausam. Ich bin dann auch gleich eingeschlafen, war aber um Mitternacht wieder hellwach! Irgendwann fing dann auch noch mitten in der Nacht ein Radiowecker an zu plärren … . So sind wir vor 6 aufgestanden und haben angefangen, Koffer auszupacken. Zum Frühstück gab es Tee und Müsliriegel. Internet läuft schon, wie ihr seht, und Telefon haben wir auch schon.
Gleich müssen wir uns mal nach einem Supermarkt umsehen, damit wir das Nötigste einkaufen können, das man so zum täglichen Leben braucht.

Den Jungs gefällt das Haus ganz gut und sie haben auch schon beide 'ihre' Zimmer bezogen. Max ist ganz anstandslos in das kleinere Zimmer gegangen. Beide sind begeistert, wie hell das Haus ist und Jans Kommentar beim Frühstück war, dass er den Nachbarsgarten mag! Wie ich! Es ist einfach schön, wenn man ins Grüne schauen kann, wenn man in der Küche arbeitet - oder isst.
So, das waren meine ersten News aus Japan. ich kämpfe schon wieder mit dem Schlaf. Ich hoffe, Ihr seid alle gut ins neue Jahr gerutscht und es geht euch gut. Lasst mal was von euch hören!

Für Jan und Max scheint der Umzug dieses Mal am schwierigsten zu sein. Beide wollen hier überhaupt nicht weg. Max erster Kommentar zu Japan war: “I'd rather go to jail than to Japan!“ Mittlerweile hat er sich aber irgendwie in sein Schicksal gefügt. Ich hoffe, wir finden für ihn ein Baseballteam, möglichst ein amerikanisches, damit er sein Englisch nicht verliert oder ein japanisches, damit er schnell japanisch lernt. Jan war anfangs zurückhaltender, hat nach positiven Dingen in Japan gesucht, aber jetzt ist er eigentlich nur dagegen. Das macht uns die Sache sehr schwer. Wir können ihn ja gut verstehen, aber es ist eben nicht zu ändern. Auch wenn das gerade schwer möglich ist, versuche ich neben dem ganzen Umzugsstress noch so viel 'Normalität' aufrechtzuerhalten wie möglich. Sprich, wir haben z.B. einen ganz normalen Advent mit Kranz und Kalender und Plätzchen backen etc. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es Jan auch in Japan gefallen wird. Da hilft jetzt nur eins, abwarten und Geduld haben.

Lesen Sie hier weiter:

(3) Februar 2011 Tokyo - Erste Eindrücke


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Stand: 25. Februar 2015