Das Expat - Storyboard:

Silvia Strensch

Ski - Urlaub ...

31. Juni 2002

Impressionen aus Louisville, Kentucky (5)

Das Skigebiet ist wirklich sehr schön. Zum Staunen haben uns allerdings andere Dinge gebracht. An den Liften: KEIN DRÄNGELN! Anstehen und im Reisverschlussverfahren einfädeln! Ich, als aktiver Ansteher trainiert, musste mich sehr zusammen reisen. Einmal, ich ganz in Gedanken, wahrscheinlich bin ich 'aktiv' angestanden, fragte mich ein Amerikaner "Entschuldigung! Ich habe nicht aufgepasst.  Ich bin mir nicht sicher. Sind Sie dran oder ich?."  Nette Frage, sicherlich war er dran. L   

Und Service pur:  
So gibt es an allen Lift und Sesselstationen sogenannte "Sniffel Stations". Also so Holzhäuschen auf Ständern mit Taschentücherboxen, dass man sich die Nase putzen kann, wenn man ansteht. Hinten dran gleich Mülltonnen. Echt angenehm. Geht man in das Restaurant hinein, stehen Personen da, die einem ein Taschentuch anbieten. Im Eingangsbereich der Restaurants gibt es kostenlose Trinkwasserstellen mit Bechern, in den Toilettenräumen gibt es ebenfalls Tempoboxen. In den Gasträumen sind Angestellte, die einem bei der Platzsuche helfen um gemütlich sein Essen  essen zu können. Und das auch für mitgebrachtes, nicht nur für dort gekauftes. Und an den großen Pistentafeln im Skigebiet gibt es neben weiteren zur freien Verfügung stehenden Taschentuchboxen noch Leute, die einem helfen, wo man gerade ist und welche Abfahrten man nehmen kann etc...

An den Skipässen sind unten Streifen dran, die man abtrennt und im Hotelzimmer lässt. Verliert man seinen Skipass, bekommt man mit diesen Streifen kostenlos seinen Skipass ersetzt.

Kontrolle des Skipasses nur am ersten Lift (das gibt es in anderen Skigebieten in Europa auch schon) , aber hier kommen sie zu einem hin und Scannen den Skipass mit Drahtlosen Systemen ein, Frau muß sich also selbst nicht bemühen, keine Handschuhe ausziehen, etc...  
Jeder Lifthelfer grüßt freundlich mit einem strahlenden Lächeln und im Lift unterhalten sich die Leute mit einem, als kenne man sie schon ewig. Trifft man sich später mal wieder, ob auf der Piste oder beim Kinder abholen, gibt es bereits ein Gespräch wie unter alten Bekannten.  

Was uns auch positiv überrascht hat, war der Skikurs für die Kinder. Er war nicht ganz billig, als wir ihn buchten aber nachträglich gesehen, war er sein Geld auf jeden Fall wert. Der Skikurs begann um 8.30 Uhr. Eigentlich recht  früh. Ab 9.00 Uhr hieß der gesamte Bereich "elternfreie Zone" und wir mussten uns aus dem Staub machen und durften vor 14.30 Uhr nicht zurückkehren. Der Skikurs ging bis 15.00 Uhr. Die Kinder bekamen, egal wo sie im Skigebiet waren, Mittagessen und wurden sehr gut betreut. Zum Mittagessen gab es neben Nudel mit Soße oder so auch immer Obst und Rohkost, zum Trinken zur Auswahl Saft, Wasser, Milch.

Philipp war auf dem Berg unterwegs, Stephan nur unten, da er ja Anfänger war. Mit den Kurzen haben sie auch mal gemalt und gespielt, denn der ganze Tag auf der Piste wäre für Stephan doch etwas viel geworden. Die Kleinen zogen sie auch um, wenn sie mal zu viel in den Schnee flogen. Mir natürlich Sorgen machend, ob das mit meinen beiden auch klappt, bin ich am ersten Tag zur Mittagspause hinuntergefahren. Es klappte super. Kauend (Stephan) und/ oder lachend (Philipp)  saßen sie an jeweils ihren Tischen. Und ich wurde sofort rausgeschmissen mit dem Verweis auf 14.30 Uhr. Durch diese "Ganztagesbetreuung" hatten wir natürlich wunderbare Freiheit und vollkommen freie Zeiteinteilung! Herrlich!!!! 

Im Skigebiet selbst hatten sie im oberen Teil des Berges in den Wald ein Castle gebaut. Einen Spielplatz mit Rutschen und so, in form eines Schlosses, wo sie Nachmittags Spielpause machten. Philipp war mit seinem Skikurs ein paar mal dort, Stephan konnte es dafür nicht gut genug, da sie ja dafür durch den Wald fahren mussten. Die Kinder waren begeistert und es war täglich ein Highlight dorthin zu fahren. 

Einen ganz besonderen Leckerbissen haben sie für Snowboarder. Den NINTENDO TERRAIN PARK. Ein sehr großes Gebiet, gespickt voll mit aus Schnee gebauten Schanzen,  Halfpipes, großen Kurvenbereichen, wie so Bergrutschen, und und und. Also, wirklich sagenhaft. 
Und ihren Pisten geben sie äußerst witzige namen. Zum Beispiel ZIG ZAG, ROCK´N ROLL, YARD SALE, ...

Was uns erstaunt hat, man sah auch sehr viele Jugendliche und Erwachsenen Skifahrer mit Helm fahren. Nicht nur die Snowboardfahrer.  

Auch im Hotel wurden wir verwöhnt. Täglich lag eine Tageszeitung morgens vor der Tür und am Abend kam ein "Bett-Aufdeckservice", der dazu noch ein Schokolädchen, 2 Flaschen Wasser oder 2 Flaschen Saft brachte. Und nach den Skifahrstrapazen des Tages, konnte man sich in den außenliegenden Whirlpool oder beheizten Pool legen und dabei auf die Berge sehen.

Nach all diesen Erfahrungen wunderte uns die Aussage eines Kanadiers während des Liftens nicht mehr, dass er nach einmal Skiurlaub in Österreich, mit dem Gedränge und den unfreundlichen Leuten nicht mehr rüber fliegt (das natürlich nicht nur an den Österreichern liegt, wie wir wissen!).


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Stand: 28. Juni 2010